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Blogartikel des pvBuero Blog

Kann ein beglaubigter Drehstromzaehler falsch zaehlen ?

Feb 23

Erstellt von:
23.02.2013 18:22  RssIcon

Diese Frage bekam ich kürzlich von einem Kunden bestellt und habe sie mit einem vorsichtigen “im Prinzip nein beantwortet”. Die Zähler, die zu Abrechnungszwecken von Messstellenbetreibern eingesetzt werden, müssen vor ihrem Einsatz geprüft und geeicht werden. Es sollte also im Normalfall sichergestellt sein, dass der Zähler korrekt zählt. Nachdem mir der Kunde glaubhaft versichert hatte, dass es bei ihm offenbar nicht der Fall war, habe ich mir die Sache persönlich angesehen und kam schließlich zum gleichen Ergebnis. Da ich so einen Fall auch zum ersten Mal erlebt hatte, möchte ich hier mal kurz darüber berichten.

In der Anlage waren zwei einphasig einspeisende Wechselrichter eingebaut. Die Einspeisung war korrekt auf zwei Phasen (L1 und L2) aufgeteilt. Beide Geräte liefen einwandfrei und zeigten auch die jeweiligen Leistungen am Display an. Die kWh beider Geräte wurden ebenfalls angezeigt und lieferten plausible Werte in kWh/kWp. Die spezifischen Erträge waren zwar nicht exakt gleich, der Unterschied konnte allerdings durch eine Teilverschattung des einen Teilgenerators erklärt werden. Eine Messung der einzelnen Modulstränge (Leerlauf, Kurzschluss und Isolationswiderstand) ergab keinerlei Auffälligkeiten. Das Bild zeigt den Ausgangsstrom eines SMA Wechselrichters. Strom und Spannung sind in PhaseDer Zählerstand des Ferraris Drehstromzählers, der zur Abrechnung als Erzeugungszähler eingebaut wurde lag nur etwa 3,5% über dem Ertragswert, der am Display des einen Wechselrichters abgelesen werden konnte. Es fehlte nahezu die vollständige Einspeisung des zweiten Wechselrichters. Eine Simulation des Anlagenertrages für den betrachteten Standort ergab, dass die Werte auf den Wechselrichterdisplays deutlich näher am Simulationsergebnis lagen, als der vom Drehstromzähler erfasste Ertrag. Ich habe danach zunächst geprüft, ob am Zähler überhaupt die Ströme beider Wechselrichter ankommen und ob es sich auch wirklich um eine Wirkleistung handelt.  Dies war in beiden Einspeisephasen der Fall. Es konnte sich also definitiv nur noch um ein Problem des Zählers handeln. Dann wurden die beiden Wechselrichter nacheinander abgeschaltet, um zu prüfen ob möglicherweise eine Phase nicht korrekt gezählt wurde und genau das brachte die Lösung. Der Zähler zählte die Phase L1 nicht, obwohl der Wechselrichter einwandfrei über diese Phase einspeiste.  Der anschließend hinzugezogene Mitarbeiter des zuständigen Netzbetreibers entfernte die Plombierung am Zähler, öffnete die Abdeckung der Zählersteckklemme und förderte die Ursache für das Problem zu Tage.

Ferraris Drehstromzaehler Um zu verstehen was passiert war, muss man wissen wie ein Drehstromzähler funktioniert. Über die Zähler fließt ein Strom, und der Zähler misst gleichzeitig die dazugehörige Spannung. Beide Pfade, Strom und Spannungspfad können jedoch voneinander getrennt werden, wenn man den Zähler zum Beispiel für eine Wandlermessung einsetzen möchte. Dann wird der Zähler nicht mehr durch den Strom selbst, sondern von einem kleineren, proportionalen Abbild des Stromes durchflossen. Im Normalfall, wenn also keine Wandlermessung gemacht wird müssen die drei Spannungspfade mit einer Lasche mit dem Strompfad verbunden sein. Diese Laschen werden bei der Inbetriebnahme nochmal festgezogen, bevor anschließend das Anlaufen des Zählers auf allen drei Phasen mit einer künstlichen Last getestet wird. Dies schien im vorliegenden Fall nur für die Phasen 2 und 3 erfolgt zu sein. In Phase 1 war die Lasche nicht fest verschraubt und der Zähler wurde zwar vom Strom durchflossen, hatte aber auf Phase L1 keine Spannung anliegen. Da die Leistung das Produkt aus Strom und Spannung ist, war in Folge auch die Leistung Null und damit auch die über die Zeit aufintegrierte elektrische Arbeit in kWh. Der Netzbetreiber musste daher einräumen, dass der Zähler in der Tat falsch gezählt hatte und sicherte eine unbürokratische Nachvergütung der entgangenen kWh an. Das darf normalerweise natürlich nicht passieren und kommt in der Praxis wohl auch nur sehr selten vor. Ich persönlich hatte so einen Fall bisher auch noch nicht erlebt. Aber einmal ist eben immer das erste Mal…


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