Die unendliche Debatte um den Klimawandel und das CO2

Manchmal entstehen die Artikel in diesem Blog ganz spontan. In diesem Fall war der Auslöser eine Diskussion auf Facebook, wo man in einer FB Gruppe in der ich ab und zu poste, der “Europäischen Energiewende” zum gefühlt tausendsten mal über irgendwelche vermeindlichen “Spinner” hergezogen ist, die mal wieder nicht begreifen wollten, dass ihre Autoabgase das Klima verändern und die Menschheit in den Untergang führen. Da ich von Debatten dieser Art mittlerweile unendlich genervt bin, hat ein innerer Drang spontan zu diesem Statement geführt, das ich nun auch hier im Blog noch einmal veröffentlichen möchte. Bloggen ist ja auch so etwas wie Therapie und jetzt ist es einfach mal raus … 🙂
Ich halte die Argumente dafür, dass die Geschwindigkeit des Klimawandels antropogen – also durch den Menschen – verursacht wird für sehr stichhaltig.
(Dieses Statement muss man in der Facebook-Gruppe anführen, damit man einem überhaupt noch jemand zuhört. Es ist in diesem Fall auch ganz wirklich so. “Ich glaube dass der Mensch einen Anteil an dem beobachteten Klimawandel hat”. Zu 100% wissen tu ich es allerdings nicht.

Doch nun zum Text auf Facebook:

Aber mal ganz ehrlich. Wer von Euch, die Ihr Euch alle so über die “Klimawandelleugner” aufregt, kennt sich so gut mit Strahlungsphysik von Gasen aus, dass er einfach und für jeden Laien nachvollziehbar erklären kann wie stark sich die Konzentrationsänderung eines Gases auf das thermodynamische Gleichgewicht des Gesamtsystems auswirkt. Es geht hier nicht um die Spektren des CO2, die hinlänglich bekannt sind, sondern um die Auswirkungen von Konzentrationsänderungen.

Dass Simulationsprogramme ihre Grenzen haben, dürfte jedem klar sein, der mal versucht hat den Stromertrag einer Solarstromanlage mit einer Genauigkeit unter 1% zu simulieren. Können wir wirklich sicher sein, dass dem CO2 eine derart wichtige Rolle zukommt ? Die Betonung liegt hierbei auf “wichtig”. Ich bin es nicht. Nicht weil ich Zweifler am Sinn der Energiewende bin, sondern weil ich von der dahinter stehenden Physik zu wenig Ahnung habe.

Auf was ich hinaus will: Um eine möglichst rasche Energiewende zu befürworten ist das CO2 Thema aus meiner Sicht völlig irrelevant oder zumindest nicht so wichtig, wie es gemessen an der öffentlichen Diskussion erscheint.

Einen Rohstoff unwiederbringlich zu verbrauchen ist für mich eins der viel stärkeren Argumente. Ich weiß, dass es auch hierfür Gegenthesen vom abiotischen Erdöl gibt. Die sind allerdings sehr viel einfacher zu widerlegen als Argumente zur CO2 Thematik: Warum wurden die USA vom größten Erdölexporteur zum größten Importeur, wenn das Öl immer wieder automatisch nachfließt ?
Auf diese Frage habe ich bisher keine Antwort gefunden.

Thema Krieg.

Ich höre im Zusammenhang mit der Forderung nach einer möglichst raschen Energiewende viel zu selten das Argument, das Hermann Scheer immer gegeben hat und das für mich mindestens so wichtig wiegt, wie das CO2 Argument: Erneuerbare Energien sind Friedensenergien. Wenn der Rohstoff für alle Menschen in mehr oder weniger gleicher Menge verfügbar ist, werden die Konflikte um seine Nutzung zumindest abnehmen. Auf den Punkt gebracht wundert es mich, wie viele Menschen sich über das CO2 Thema ereifern und wie wenige sich im Gegenzug über den illegalen Bundeswehreinsatz in Syrien aufregen, der völkerrechtlich nicht gedeckt ist und bei dem es wahrscheinlich um die Erschließung alternativer Erdgasrouten nach Europa geht. Wobei “alternativ” als alternativ zu russischen Lieferungen gesehen werden muss. Oder warum ist die Bundeswehr ohne UNO Mandat in Mali, um die Versorgung französischer Kernkraftwerke durch Yellow Cake abzusichern ? Hier ist die Empörung sehr viel geringer als über die “Klimawandelleugner”.

Thema Kapitalismuskritik:

Eine dezentral und genossenschaftlich organisierte Energiewende ist ein Generalangriff auf den global agierenden Turbokapitalismus, der einen ständig größer werdenden Energiehunger immer weiter antreibt und die Profiteure des globalen Energiehandels so reich macht wie Milliarden Menschen zusammen. Warum wird so selten darüber gesprochen, dass Nachhaltigkeit mit diesem Wirtschaftssystem unmöglich ist und dass die Energiewende auch ein Schlüssel zu einer gerechteren Gesellschaft werden könnte. Das funktioniert aber nur, wenn nicht am Ende wieder die gleichen wenigen Menschen von der Sonnenenergienutzung profitieren, die gestern noch ihr Geld mit Erdöl verdient hatten.

Warum ich das schreibe und warum der Eintrag plötzlich so lang wurde?

Weil mich der ganze “CO2 Glaubenskrieg” unendlich nervt und weil ich den Eindruck habe, dass mit diesen (Schein)-Gefechten von den eigentlichen Fragen abgelenkt wird. Wie soll unsere Wirtschaftsordnung in Zukunft aussehen, wenn sie weniger ungerecht und zerstörerisch sein soll ? Wie können wir ein friedliches Miteinander mit unseren Nachbarn organisieren? Das gilt vor allem für das “Miteinander mit Russland” wenn Russland kein Erdöl und Erdgaslieferant mehr sein wird.

Und nicht zuletzt: Wie können wir Debatten zukünftig so gestalten, dass sich nicht zwei Lager in ihre jeweiligen Bunker eingraben, sich gegenseitig mit Dreck bewerfen und sich jeweils für unendlich dumm halten, im Nichtstun verharren und alles bleibt wie es ist ?

5 thoughts on “Die unendliche Debatte um den Klimawandel und das CO2

  1. Hallo Herr Diehl,
    ich kam durch einen Link Ihres Vaters Hans Diehl auf “Freie Welt” auf ihre homepage.
    Ihr Artikel ist ein Volltreffer, ich sehe es genau so und argumentiere auf “Freie Welt” mit dortigen “Betonschädeln” genau wie Sie,
    … und verliere dabei zunehmend die Lust.

    Als persönliche Ergänzung:

    Zur “Energiewende” als gesellschaftliches Phänomen kann man auch noch argumentieren:
    – Die Energiewende birgt das Potenzial, gesellschaftliche Gräben (Links/Rechts) zu überwinden und damit die demokratische Kompromiss- bzw. Konsensbereitschaft zu fördern, voraus gesetzt ein übergeordnetets gemeinsames Interesse, ein gemeinsames Identifikationspotenzial wird angestrebt.

    Ich fahre jeden Donnerstag von Eschborn nach Hause an die Mosel, bei Interesse komme ich gerne mal bei Ihnen vorbei.
    Viele Grüße, auch an Ihren Vater

    Hans-Peter Klein
    Dipl.Ing.
    Dipl.Ing. (FH)
    Zimmermeister

  2. Hallo !

    Diese Diskussionen kenne ich seit Jahren , 2006 hatten wir unsere erste Photovoltaikanlage gebaut.
    Die Spinner und Besserwisser , denen gebe ich keine Antwort mehr , ist sowieso zwecklos !
    Verschärft hat sich das Ganze ab April 2018 . Ab dieser Zeit liefert meine Photovoltaikanlage 6,2kWP den Strom
    für meinen Peugeot iON .Seit dieser Zeit bis heute , fahre ich Dank der Sonne kostenlos, der Peugeot hat die
    Sonne im Tank , Shell hatte früher den Tiger im Tank !!!!!!!!!!!!!
    Den Fahrer von Verbrenner könnt Ihr mitteilen , daß ohne Strom Ihr Auto gar nicht fahren könnte. Sie haben den
    Grausstrom vergessen.Ein Liter Benzin kommt mit all den ganzem Strom ( angefangen bei den Pumpen fürs
    Bohrloch, weiter zur Raffinerie ,auch wieder Pumpen im Einsatz,Transport zur Tankstelle mit Öltanker (die größten
    Umweltsünder ) bis zu den vielen LKWs , die die Autobahnen belasten um die Tankstellen zu beliefern. Auch diese
    braucht Strom – damit der Sprit in den Tank kommt – die Tanke braucht Strom , Kühlung ,Beleuchtung, Kassen etc.
    alles zusammen ca. 2 Kwh – damit fahre ich mit meinem iON ca. 100 kilometer!!!

    Sonnige Grüße aus der Südpfalz Robert Kuntz ( der Sonnenorkan )

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